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„Es flüstert die Quelle der Wiese: Luise“

Samstag 19 März 2011 at 11:38 am.

Bibliothek am Luisenbad Welche Bedeutung die Panke einst hatte, kann man heutzutage kaum mehr erahnen. Reguliert, begradigt und verrohrt fristet sie ein Schattendasein und ist als lebendiges Stück Natur nur an wenigen Stellen erfahrbar. Der Verein panke.info setzt sich dafür ein, dass der Fluss, der in der Geschichte Berlins und seiner nordöstlichen Umlandgemeinden eine große Rolle gespielt hat, neu ins Zentrum der Wahrnehmung rückt. Mit Touren, Führungen und einem umfangreichen Informationsportal vermitteln sie Geschichte, Gegenwart und Zukunft dieser Lebensader. Die Gelegenheit, einen besonders geschichtsträchtigen Abschnitt der Panke zu besichtigen, bot sich Anfang März bei der Führung „Von Bildhauern und Büchern“ in Berlin-Gesundbrunnen.
Das Gefälle der Panke machte man sich schon früh zunutze, um Mühlräder von bis zu acht Mühlen anzutreiben. Auch an der heutigen Badstraße gab es eine Mühle. Sie wurde 1714 als Walkmühle erbaut und ab 1731 als Papiermühle weitergeführt, die die Residenzstädte Berlin und Cölln mit Post-, Herren-, Konzept-, Druck-, Lösch- und Zuckerpapier belieferte. Letzte Nutzung erfuhr die Mühle nach einem Wiederaufbau 1844 als Getreidemühle. Als der Tresorfabrikant Carl Arnheim 1891 das Gelände erwarb, wurde der Betrieb eingestellt, das Mühlrad entfernt und in dem Gebäude ein Restaurant eingerichtet. Heute hat dort ein Planungsbüro seinen Sitz.
Gegenüber der Mühle, hinter den Häusern an der heutigen Badstraße Nr. 35-39, wurde 1748 erstmals eine Quelle erwähnt, deren Wasser nach einer Untersuchung als heilend galt. Ab 1757 errichtete Hofapotheker Behm mit königlicher Finanzhilfe ausgedehnte Kureinrichtungen, zu Ehren König Friedrich II. namens „Friedrichs-Gesundbrunnen“: ein Badehaus, Behandlungshäuser und eine Gastwirtschaft. Doch der Boom als Heilbad hielt nur wenige Jahre an, das zwischenzeitlich verfallene Kurbad wurde vom neuen Besitzer ab 1809 in Luisenbad umbenannt. Die Namensgeberin war die damals sehr beliebte Königin Luise, die selbst Gast des Kurbads gewesen sein soll. Zu der feierlich enthüllten Büste dichtete Friedrich Wilhelm Gubitz: „Es hauchen die Stimmen vom Paradiese: Luise/ Es flüstert die Quelle der Wiese: Luise“.
Bald schon sorgte die Verschmutzung der Panke, maßgeblich durch die flussaufwärts liegenden Gerbereien verursacht, für den stetigen Niedergang des Luisenbads als Kurort.
Die Brüder Galuschki kauften um 1870 das Gelände und begannen mit umfangreichen Baumaßnahmen: Das Restaurant Luisenbad wurde abgerissen, das historische Brunnenhaus zunächst verlegt. Es musste aber 1906 dem Bau der Travemünder Straße weichen. Eine Badeanstalt mit Duschkabinen, Wannenbädern und Dampfsauna entstand. Auch der Name änderte sich: Fortan sprach man vom Marienbad. In den Jahren 1887/88 wurde das Vestibül-Gebäude mit dem Restaurant Marienbad errichtet. Es gab einen Ballsaal, eine Kaffeeküche, Kegelbahnen, Theater und Varieté.
Am Rand der stark wachsenden Hauptstadt gelegen, wurde der Gesundbrunnen mehr und mehr zu einer Vergnügungsmeile mit Ausflugslokalen, was er bis in die 1960er Jahre auch blieb. Und die Quelle? 1869 bei Bauarbeiten lädiert, versiegte sie später bei der vollständigen Bebauung des Areals mit Miethäusern. An der Hauswand des so genannten Luisenhauses an der Badstraße Ecke Travemünder Straße lebt sie aber noch weiter, als Reliefdarstellung des Brunnenhauses von 1809.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in Ausgabe 02/2011

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